Zweites Ultraschall Screening: Ablauf, typische Befunde und was im Mutterpass steht
Das zweite Ultraschall Screening ist ein wichtiger Meilenstein in der Schwangerschaftsvorsorge. Es wird in der Regel zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche durchgeführt und dient der detaillierten Untersuchung des ungeborenen Kindes. Der Nutzen dieses Screenings liegt vor allem in der frühzeitigen Erkennung möglicher Auffälligkeiten sowie der Beurteilung der kindlichen Entwicklung. Der folgende Artikel richtet sich an werdende Eltern, medizinisches Fachpersonal und Interessierte, die mehr über den Ablauf, typische Befunde und die Dokumentation im Mutterpass erfahren möchten.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Das zweite Ultraschall Screening findet meist zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche statt.
- Ziel ist die gründliche Untersuchung von Organen, Wachstum und Lage des Kindes.
- Typische Befunde beinhalten Größe, Bewegung, Herzaktivität und mögliche Fehlbildungen.
- Der Vorgang ist in der Regel schmerzfrei und nicht invasiv.
- Ergebnisse und Empfehlungen werden im Mutterpass dokumentiert.
- Fehlerquellen bestehen vor allem bei ungünstiger Lage oder unklarer Sicht auf Organe.
- Bei Auffälligkeiten werden weitere Untersuchungen empfohlen.
Was ist das zweite Ultraschall Screening? Grundlagen und Bedeutung
Das zweite Ultraschall Screening ist eine ergänzende pränatale Untersuchung, die präzise medizinische Einblicke in die Entwicklung des Kindes ermöglicht. Anders als der erste Ultraschall, der meist um die 12. Schwangerschaftswoche erfolgt, dient dieses Screening vor allem der umfassenden Beurteilung der Anatomie. Es gibt Aufschluss über die Größe, Form und Funktion von Organen sowie über die Lage des Kindes und der Plazenta. Die Untersuchung trägt wesentlich zur Früherkennung von Risiken bei und unterstützt Eltern sowie Ärzte bei der weiteren Schwangerschaftsplanung.
Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge ist das zweite Ultraschall Screening eine empfohlene Standardleistung. Dabei werden unter anderem Kopf, Wirbelsäule, Herz, Magen, Nieren und Blase geprüft. Ergänzend lässt sich die Fruchtwassermenge abschätzen, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Die Untersuchung ist technisch aufwändiger als der erste Ultraschall und erfordert erfahrene Untersucher, um ein präzises Ergebnis zu sichern.
Der Ablauf des zweiten Ultraschall Screenings: Schritt für Schritt
Der Ablauf des zweiten Ultraschall Screenings folgt einem klar strukturierten Prozess, um alle relevanten Parameter systematisch zu erfassen:
- Terminvereinbarung und Vorbereitung: Die Untersuchung erfolgt im optimalen Zeitraum meist um die 20. Schwangerschaftswoche. Wichtig ist eine gut gefüllte Blase für bessere Sicht auf die Beckenorgane.
- Beginn der Untersuchung: Die Schwangere liegt bequem auf der Untersuchungsliege. Auf die Bauchdecke wird ein Gel aufgetragen, um die Schallwellen optimal zu übertragen.
- Organ-Check: Das Kind wird in verschiedenen Ebenen vermessen und untersucht. Kopf- und Herzstrukturen werden beurteilt, ebenso Wirbelsäule, Bauchorgane und Extremitäten.
- Prüfung der Plazenta und Fruchtwassermenge: Lage und Beschaffenheit der Plazenta werden dokumentiert. Die Fruchtwassermenge wird eingeschätzt.
- Erfassung der kindlichen Bewegungen und Herzfrequenz: Bewegungen geben Hinweise auf das Wohlbefinden. Die Herzfrequenz wird überwacht und aufgezeichnet.
- Besprechung der Befunde: Der Arzt erklärt die Ergebnisse, klärt offene Fragen und gibt Empfehlungen für die weitere Betreuung.
Die gesamte Untersuchung dauert normalerweise 20 bis 30 Minuten. Sie ist schmerzfrei und birgt keine Strahlenbelastung.
Checkliste für das zweite Ultraschall Screening
- Termin beim Gynäkologen oder spezialisierten Ultraschallzentrum vereinbaren
- Vollständigen Mutterpass mitbringen
- Gut hydriert sein – Blase nicht vollständig entleeren
- Entspannte und vorbereitete Psyche
- Fragen oder Unsicherheiten vorab notieren
- Eventuell Begleitperson mitnehmen
- Nach der Untersuchung auf Empfehlungen achten
Typische Befunde im zweiten Ultraschall Screening und ihre Bedeutung
Im Rahmen des zweiten Ultraschall Screenings werden viele Informationen gesammelt, die Aufschluss über die Gesundheit des Kindes geben. Einige häufig dokumentierte Befunde umfassen:
- Biometrische Messungen: Kopfdurchmesser, Oberschenkellänge und Bauchumfang werden vermessen und mit Normwerten verglichen.
- Herzfunktion: Herzfrequenz und -rhythmus werden überprüft, um Auffälligkeiten auszuschließen.
- Lage des Kindes: Schädellage oder Beckenlage werden dokumentiert, was für die Geburtsplanung relevant sein kann.
- Plazentalage und -beschaffenheit: Lage der Plazenta (anterior, posterior) wird bestimmt, ebenso ob Verwachsungen vorliegen.
- Fruchtwassermenge: Diese wird geschätzt, um sicherzustellen, dass keine Oligohydramnie (Mangel) oder Polyhydramnie (Überschuss) vorliegt.
- Fehlbildungen: Auffälligkeiten an Organen oder Strukturen werden ggf. erkannt und weitere Diagnostik empfohlen.
In den meisten Fällen zeigen die Befunde eine altersgerechte Entwicklung ohne Auffälligkeiten.
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Was steht im Mutterpass nach dem zweiten Ultraschall Screening?
Die Ergebnisse des zweiten Ultraschall Screenings werden im Mutterpass vermerkt, um wichtige Befunde festzuhalten und bei weiteren Untersuchungen abrufbar zu machen. Folgende Einträge sind typisch:
- Datum und Schwangerschaftswoche: Zeitpunkt der Untersuchung
- Fetale Maße: Kopfdurchmesser, Bauchumfang und Femurlänge
- Lage des Kindes und der Plazenta
- Fruchtwassermenge: Beurteilung als normal, zu viel oder zu wenig
- Hinweise auf Auffälligkeiten: Ob weitere Untersuchungen nötig sind
- Unterschrift und Stempel des Untersuchers
Diese Dokumentation ermöglicht eine lückenlose Überwachung des Schwangerschaftsverlaufs und erleichtert die Kommunikation zwischen verschiedenen Versorgungseinrichtungen.
Häufige Fehler und Herausforderungen beim zweiten Ultraschall Screening
Obwohl das zweite Ultraschall Screening eine etablierte Routineuntersuchung ist, können Fehler und Schwierigkeiten auftreten. Typische Herausforderungen sind:
- Ungünstige kindliche Lage: Das Kind kann sich in einer Position befinden, die bestimmte Organe verdeckt und eine klare Beurteilung erschwert.
- Übergewicht der Mutter: Eine stärkere Gewebsschicht beeinflusst die Bildqualität negativ.
- Bewegungen des Kindes: Spontane Bewegungen während der Untersuchung können die Messung erschweren.
- Mehrlinge: Die genaue Beurteilung jedes Kindes ist aufwendiger und kann kombiniert mit Stress für Schwangere sein.
- Fehlinterpretationen: Unerfahrene Untersucher können seltene Befunde falsch bewerten, was zusätzliche Diagnostik nötig macht.
Als Lösung bieten sich Nachuntersuchungen, der Einsatz moderner Ultraschallgeräte und gegebenenfalls fachärztliche Überweisungen an, um eine sichere Diagnose zu gewährleisten.
Praxisbeispiel: So läuft das zweite Ultraschall Screening in der Praxis ab
Frau Müller ist in der 20. Schwangerschaftswoche und hat einen Termin für das zweite Ultraschall Screening. Im Wartezimmer fühlt sie sich etwas nervös, doch die freundliche Arzthelferin erklärt ihr den Ablauf. Nach der Übertragung von Ultraschallgel auf den Bauch kann der Arzt den kleinen Körper ihres Babys gut sichtbar machen. Er misst den Kopfumfang, prüft die Herzfrequenz und kontrolliert alle wichtigen Organe. Während der Untersuchung zeigt das Baby seine Beweglichkeit, was dem Arzt ein gutes Zeichen für die Entwicklung ist. Am Ende bespricht der Arzt die Ergebnisse mit Frau Müller: Alles scheint altersgerecht zu sein, die Plazenta liegt gut und das Fruchtwasser ist ausreichend. Die Befunde werden im Mutterpass eingetragen, und Frau Müller bekommt Empfehlungen für die nächsten Vorsorgetermine. So verlässt sie beruhigt die Praxis, zufrieden mit dem Verlauf.
Methoden und Hilfsmittel für ein erfolgreiches zweites Ultraschall Screening
Das zweite Ultraschall Screening nutzt die moderne Ultraschalltechnologie, die auf Schallwellen basiert und ein bildgebendes Verfahren ohne Strahlenbelastung darstellt. Folgende Methoden und Hilfsmittel sind entscheidend:
- 2D-Ultraschall: Standardverfahren, um zweidimensionale Bilder der inneren Strukturen zu erzeugen.
- 3D- und 4D-Ultraschall: Erweiterte Verfahren zur räumlichen Darstellung des Kindes, insbesondere bei Verdacht auf Fehlbildungen.
- Doppler-Sonographie: Zur Messung der Blutflussgeschwindigkeit in Nabelschnur oder Plazenta, um die Versorgung des Kindes zu beurteilen.
- Ultraschallgel: Verbessert die Schallleitung zwischen Schallkopf und Haut.
Ein erfahrener Untersucher kombiniert diese Methoden je nach Bedarf und Fragestellung, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten.
Zusätzliche Tipps für Schwangere vor und während des zweiten Ultraschall Screenings
- Entspannt zum Termin erscheinen: Gelassenheit sorgt für bessere Zusammenarbeit und klare Bilder.
- Genügend Flüssigkeit trinken: Eine gefüllte Blase erleichtert die Untersuchung der Beckenorgane.
- Fragen notieren: Um während der Untersuchung keine wichtigen Punkte zu vergessen.
- Begleitung mitnehmen: Partner oder nahe Angehörige können emotional unterstützen.
- Informationen aus dem Mutterpass bereithalten: Frühere Befunde helfen dem Untersucher beim Vergleich.
FAQ zum zweiten Ultraschall Screening
Wann wird das zweite Ultraschall Screening üblicherweise durchgeführt?
Das zweite Ultraschall Screening findet in der Regel zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche statt. Dieser Zeitraum ist optimal, weil die Organe des Kindes gut sichtbar sind und Veränderungen frühzeitig erkannt werden können.
Ist das zweite Ultraschall Screening für alle Schwangeren verpflichtend?
Das Screening ist eine empfohlene Vorsorgeuntersuchung, die in vielen Fällen von Krankenkassen übernommen wird. Es ist jedoch kein Pflichttermin, sondern eine wichtige freiwillige Untersuchung zur Sicherstellung der fetalmedizinischen Gesundheit.
Was passiert, wenn Auffälligkeiten beim zweiten Ultraschall Screening festgestellt werden?
Werden Auffälligkeiten entdeckt, folgen oft weiterführende Diagnostik und Beratung, zum Beispiel spezialisierte Ultraschalluntersuchungen oder invasive Verfahren wie Fruchtwasseruntersuchungen. Ziel ist die genaue Abklärung und, falls nötig, frühzeitige Behandlung oder Planung entsprechender Maßnahmen.
Wie lange dauert das zweite Ultraschall Screening normalerweise?
Die Untersuchung dauert in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten, abhängig von der kindlichen Lage, der Bildqualität und der Anzahl der zu untersuchenden Parameter.
Beeinflusst das zweite Ultraschall Screening die Geburt?
Das Screening selbst beeinflusst die Geburt nicht direkt, liefert aber wichtige Informationen über den Zustand des Kindes und die Geburtslage, die bei der Planung der Entbindung berücksichtigt werden können.
Was steht im Mutterpass nach dem zweiten Ultraschall Screening?
Im Mutterpass werden die wichtigsten Befunde wie die Schwangerschaftswoche, biometrische Daten des Kindes, Plazentalage, Fruchtwassermenge und eventuelle Hinweise auf Auffälligkeiten festgehalten. Dies dient der weiteren Überwachung der Schwangerschaft.
Fazit und nächste Schritte
Das zweite Ultraschall Screening ist eine unverzichtbare Untersuchung im Rahmen der Schwangerschaftsbetreuung. Durch die detaillierte Kontrolle des Kindes und der Schwangerschaftsparameter ermöglicht es eine frühzeitige Erkennung von Auffälligkeiten und trägt so wesentlich zur Sicherheit für Mutter und Kind bei. Schwangere sollten diesen Termin wahrnehmen, um bestmögliche Informationen über den Schwangerschaftsverlauf zu erhalten und notwendige Maßnahmen frühzeitig einleiten zu können.
Im Anschluss empfiehlt es sich, die Erkenntnisse mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme zu besprechen und die regelmäßigen Vorsorgetermine wahrzunehmen. So kann die weitere Schwangerschaft gut begleitet und geplant werden.
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